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Foto: Africa Studio/AdobeStock
Amt für Verbraucherschutz bemängelt Zuckeranteil

Lemonaid enthält "zu wenig Zucker" für eine Limonade

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Der Hamburger Getränkehersteller Lemonaid steht aktuell im Fokus des Amtes für Verbraucherschutz der Stadt Bonn. Die Lemonaid-Sorte Maracuja enthält gemäß staatlicher Leitsätze zu Erfrischungsgetränken nicht genug Zucker, um als "Limonade" verkauft werden zu dürfen. Der Getränkehersteller will diesen Umstand nicht hinnehmen und setzte Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft am 16.09.2020 ein Denkmal - eine Statue der Ministerin ganz aus Zucker.

Limonade soll wenigstens 7 Gramm Zucker enthalten

Die Maracuja-Lemonaid enthält 5,6 Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Das sind laut den Leitsätzen der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission (DLMBK) 1,4 Gramm zu wenig. Ein Getränk muss demnach mindestens 7 Gramm Zucker pro 100 Milliliter enthalten, um sich "Limonade" nennen zu dürfen. Die DLMBK besteht aus 32 Vertretern und Vertreterinnen aus den Bereichen Lebensmittelüberwachung, Wirtschaft, Wissenschaft sowie Verbraucher und erarbeitet Leitsätze zu verschiedenen Nahrungsmitteln. So auch die Leitsätze für Erfrischungsgetränke von 2002, die unter anderem definieren, was unter einer "Limonade" zu verstehen ist. Die DLMBK sorgt nach eigener Aussage für "Klarheit und Wahrheit bei Lebensmitteln" und wird dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zugeordnet. Das Amt für Verbraucherschutz der Stadt Bonn bemängelt nun anhand dieses Leitsatzes die Zusammensetzung der Maracuja-Lemonaid und will den Verkauf dieses Produktes als "Limonade" stoppen.

 

Getränkehersteller stellt Zucker-Statue von Klöckner auf

Dieses Vorgehen läuft der Strategie des Bundesregierung zuwider, die eine Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten erreichen soll. Die nationale Reduktions- und Innovationsstrategie wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erarbeitet. Um auf diesen Widerspruch aufmerksam zu machen, hat Lemonaid am Mittwoch eine Statue von Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, ganz aus Zucker vor dem Ministerium aufgestellt. Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel sieht in der Strategie des Bundesministeriums den "richtigen Weg" und erklärt die Reduktion von Zucker in Erfrischungsgetränken zum Ziel des Ernährungsministeriums. "Umso mehr haben wir die klare Erwartung, dass sich die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission der aktuellen Problematik nun zügig annimmt und die entsprechenden Leitsätze überprüft", erklärte Fuchtel weiter.

 

Lemonaid wurde bereits 2019 wegen zu geringem Zuckeranteil abgemahnt

Rückendeckung erhält der Getränkehersteller aus der Hamburger Behörde für Justiz und Verbraucherschutz. In zwei Schreiben wendet sich Senatorin Anna Gallina (Bündnis 90/Die Grünen) an die Ministerin Klöckner und die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission mit der Forderung die Leitsätze im Bezug auf Erfrischungsgetränke zu überarbeiten. Bereits 2019 sah sich Lemonaid mit Vorwürfen, zu wenig Zucker zu enthalten, konfrontiert. Das Fachamt für Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt aus Hamburg hatte den Getränkehersteller abgemahnt. Die damalige Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) erklärte dazu, sich auf Bundesebene einsetzen zu wollen, dass die Leitsätze überarbeitet würden. "Lebensmittel mit wenig Zucker sollten nicht bestraft werden, sondern der Normalfall sein", kommentierte Prüfer-Storcks damals.

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