Die EU-Kommission hat am 10. Februar 2026, dem weltweiten „Safer Internet Day“, einen umfassenden Aktionsplan gegen Cybermobbing vorgestellt. Dieser Aktionstag, der seit 2004 jährlich unter dem diesjährigen Motto „KI and me – in künstlicher Beziehung“ für mehr Online-Sicherheit wirbt, richtet den Fokus auf Risiken wie KI-gestützte Betrugsversuche, Manipulation und emotionale Abhängigkeiten im Netz – Themen, die nahtlos in den Kampf gegen Cybermobbing überleiten.
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Safer Internet Day: EU plant Melde-App gegen Cybermobbing
von Olivia Wykretowicz
Der „Safer Internet Day“ mahnt weltweit zu Vorsicht vor vielfältigen Internetgefahren wie Online-Betrug, Phishing-Angriffen und KI-generierten Täuschungen, die selbst für trainierte Augen schwer erkennbar sind. Genau an diesem Tag in Brüssel und Straßburg stellte die EU-Kommission ihren Plan vor, der Cybermobbing als „Pandemie“ brandmarkt: Etwa jedes sechste Kind zwischen 11 und 15 Jahren in der EU ist betroffen. EU-Kommissar Glenn Micallef warnte: „Cybermobbing schadet, verletzt und nimmt manchmal Leben – es bedeutet, Leben zu retten.“
EU-weite Melde-App
Herz des Aktionsplans ist eine EU-App zur Meldung von Cybermobbing, Hilfeersuchen und Beweissicherung, inspiriert von einem französischen Vorbild. Die Kommission entwickelt die Blaupause, die Mitgliedstaaten anpassen, übersetzen und mit nationalen Hotlines verknüpfen können. Sie soll auch für große Online-Plattformen verfügbar sein. „Es muss einfacher sein, zu melden, als zu mobben“, betonte Micallef.
Prävention und Koordination
Nationale Strategien sollen besser koordiniert, digitale Bildungsleitlinien aktualisiert und Schulen mit Trainings ausgestattet werden. Diskutiert werden Altersprüfungen für Netzwerke. Dänemark, Frankreich, Griechenland, Italien und Spanien testen derzeit die EU-weite Altersprüfungs-App für soziale Netzwerke als Pilotländer. Konkrete Empfehlungen werden für den Sommer erwartet. Auch ein mögliches Social-Media-Verbot für Minderjährige wird diskutiert. Der Deutsche Kinderschutzbund lehnt Letzteres ab und plädiert für Medienkompetenz. Bundesfamilienministerin Prien hält es für denkbar, wartet aber Expertenberichte ab.
KI-Risiken und Rechtsverschärfungen
KI schafft neue Cybermobbing-Formen wie sexualisierte Deepfakes. Das EU-KI-Gesetz (AI Act, ab August 2026 voll wirksam) verbietet solche Praktiken als hochriskant oder unzulässig und fordert Transparenz sowie Risikomanagement. Parallel verschärft der Digital Services Act (DSA) Plattform-Pflichten zur schnellen Entfernung illegaler Inhalte, Prävention und Minderjährenschutz, mit Bußgeldern bis 6% des Umsatzes bei Verstößen. Beide Regelwerke ergänzen sich, um Deepfakes und Hassrede effektiver zu bekämpfen.
Unsere Kanzlei berät und vertritt bei Cybermobbing-Fällen, beobachtet EU-Entwicklungen zum Thema Hate Speech und Plattformhaftung und sichert gezielt Ihre Ansprüche. Mit unserem selbst entwickelten Hassmelder, dem automatisierten Rechtshilfesystem von Mueller.legal gehen wir konsequent gegen digitale Gewalt vor.