Here we regularly provide information on developments in case law and in the political sphere in the areas of law we deal with, copyright law, media law, competition law, trademark law, press law, as well as data protection and freedom of information law.
News on current events
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- Plattformregulierung
Google bereitet Änderungen an der EU-Suche vor - DMA-Verfahren wegen Selbstbevorzugung läuft weiter
Google bereitet in Europa weitere Änderungen an der Darstellung von Suchergebnissen vor. Nach einem Reuters-Bericht (via The Verge) sollen bei bestimmten Suchanfragen künftig auch konkurrierende vertikale Dienste (u. a. für Hotels und Flüge) prominenter erscheinen als Reaktion auf das laufende Verfahren der EU-Kommission nach dem Digital Markets Act (DMA).
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- Plattformregulierung
Erfolg gegen X: Kammergericht Berlin stärkt Forschungszugang nach dem DSA
Das Kammergericht Berlin hat am 17. Februar 2026 entschieden, dass die Social-Media-Plattform X der NGO Democracy Reporting International (DRI) Zugang zu öffentlich sichtbaren Plattformdaten gewähren muss. Damit setzt das Gericht einen zentralen Anspruch aus Art. 40 Abs. 12 Digital Services Act (DSA) durch: Sehr große Online-Plattformen sind verpflichtet, qualifizierten Forschenden Datenzugang zu ermöglichen, damit u. a. systemische Risiken wie Desinformation und mögliche Wahlbeeinflussung untersucht werden können.
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- Urheberrecht
OLG Köln: Schadensersatz nach deutschem Urheberrecht bei Auslands-Webseiten nur bei „commercial effect“
Das OLG Köln hat mit Urteil vom 14. November 2025 (Az. 6 U 96/24) die Hürden für Schadensersatzansprüche nach deutschem Urheberrecht bei Urheberrechtsverletzungen auf ausländischen Webseiten erhöht. Maßgeblich ist ein wirtschaftlich relevanter Inlandsbezug („commercial effect“). Die bloße Abrufbarkeit der Inhalte in Deutschland genügt nicht.
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- Äußerungsrecht
Landgericht Hamburg: Aussage über AfD-Unterstützung von Theo Müller zulässig
Das LG Hamburg hat einen Eilantrag von Theo Müller gegen Campact abgewiesen: Die Bezeichnung als „AfD-Unterstützer“ sei im Kontext der Kampagne als Meinungsäußerung zulässig, weil sie an tatsächliche Umstände anknüpfe.
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- Urheberrecht
TikTok-Livestream als „Sendung“? LG Köln verneint Leistungsschutz – Parodie bleibt zulässig
Ein TikTok-Livestream ist nicht automatisch „Rundfunk“. Das LG Köln hat in einem Eilverfahren einen Unterlassungsantrag abgelehnt: Wer einen kurzen, prägnanten Tonschnipsel aus einem Stream in satirischer Absicht verwendet, kann sich auf die Parodie-Schranke berufen. Und wer selbst munter fremde Inhalte nutzt, kann sich mit Unterlassungsforderungen sogar rechtsmissbräuchlich verhalten.
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- Politik
Merz offen für Social-Media-Mindestalter: Was ein Verbot rechtlich bedeuten würde
Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich im Podcast „Machtwechsel“ offen für strengere Altersgrenzen bis hin zu einem Social-Media-Verbot für Minderjährige gezeigt. Parallel liegen Vorschläge aus CDU und SPD auf dem Tisch: von einem Mindestalter 16 (mit verpflichtender Altersverifikation) bis zu einem gestuften Modell mit Verbot unter 14 und „Jugendversion“ unter 16.
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- KI Recht
ZDF-„heute journal“: Ungekennzeichnete KI-Bilder und Archivmaterial
In einem Beitrag über ICE-Abschiebungen zeigte das ZDF im „heute journal“ KI-generierte Bilder ohne Kennzeichnung und nutzte zusätzlich Archivmaterial aus anderem Kontext. Der Sender räumte einen „Doppelfehler“ ein, entfernte den Beitrag und kündigte Korrekturen an.
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- Datenschutzrecht
EuGH stärkt Rechtsschutz: WhatsApp darf EDSA-Beschluss direkt angreifen
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass WhatsApp einen verbindlichen Beschluss des Europäischen Datenschutzausschusses (EDSA/EDPB) grundsätzlich direkt vor den EU-Gerichten anfechten kann. Damit hat der EuGH einen gegenteiligen Beschluss des Gerichts der Europäischen Union (EuG) aufgehoben, das die Klage zuvor als unzulässig abgewiesen hatte.
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- Wettbewerbsrecht
Erfolg für unseren Mandanten vor dem OLG Bamberg: werbliche Anpreisung von E-Zigaretten bei Netto untersagt
Rechtsanwalt Peter Weiler hat den Verbraucherschutzverband Pro Rauchfrei e. V. in einem wettbewerbsrechtlichen Eilverfahren erfolgreich gegen Netto vertreten: Das OLG Bamberg hat Netto mit Urteil vom 21.01.2026 (Az. 3 UKl 30/25 e) untersagt, E-Zigaretten und Nachfüllbehälter im eigenen Onlineshop mit einer Reihe klar benannter Aussagen zu bewerben.
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- Reputationsschutz
Safer Internet Day: EU plant Melde-App gegen Cybermobbing
Die EU-Kommission hat am 10. Februar 2026, dem weltweiten „Safer Internet Day“, einen umfassenden Aktionsplan gegen Cybermobbing vorgestellt. Dieser Aktionstag, der seit 2004 jährlich unter dem diesjährigen Motto „KI and me – in künstlicher Beziehung“ für mehr Online-Sicherheit wirbt, richtet den Fokus auf Risiken wie KI-gestützte Betrugsversuche, Manipulation und emotionale Abhängigkeiten im Netz – Themen, die nahtlos in den Kampf gegen Cybermobbing überleiten.
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- Äußerungsrecht
Beschluss zum Äußerungsrecht: Keine Zurechnung von Günthers Aussagen zum Land Schleswig-Holstein
Das Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht hat am 5. Februar 2026 entschieden, dass die Äußerungen von Ministerpräsident Daniel Günther über das Onlinemedium „NiUS“ dem Land Schleswig-Holstein nicht zuzurechnen sind. Damit wies das Gericht einen Eilantrag der Betreiberin des Mediums zurück, die dem Land bestimmte Äußerungen Günthers untersagen lassen wollte.
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- Wettbewerbsrecht
Neuer Pflichtbutton: Widerrufsbutton wird ab 19. Juni 2026 verbindlich
Heute wurde im Bundesgesetzblatt die Umsetzung der EU-Richtlinie 2023/2673 veröffentlicht. Sie bringt für Online-Händler, Plattformbetreiber und digitale Dienstleister eine wesentliche Neuerung: Ab dem 19. Juni 2026 müssen Verbraucher:innen Verträge künftig ebenso einfach widerrufen können, wie sie diese abgeschlossen haben: über eine digitale Widerrufsfunktion, meist in Form eines Widerrufsbuttons.