Hier informieren wir regelmäßig über Entwicklungen in der Rechtsprechung und im politischen Bereich in den von uns bearbeiteten Rechtsgebieten, dem Medienrecht, Wettbewerbsrecht, KI-Recht, Urheberrecht, Markenrecht, Presserecht sowie dem Datenschutz- und Informationsfreiheitsrecht. Außerdem gibt es Einblicke in den Kanzleialltag.
News zum aktuellen Geschehen
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- Urheberrecht
OLG Köln: Schadensersatz nach deutschem Urheberrecht bei Auslands-Webseiten nur bei „commercial effect“
Das OLG Köln hat mit Urteil vom 14. November 2025 (Az. 6 U 96/24) die Hürden für Schadensersatzansprüche nach deutschem Urheberrecht bei Urheberrechtsverletzungen auf ausländischen Webseiten erhöht. Maßgeblich ist ein wirtschaftlich relevanter Inlandsbezug („commercial effect“). Die bloße Abrufbarkeit der Inhalte in Deutschland genügt nicht.
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- Äußerungsrecht
Landgericht Hamburg: Aussage über AfD-Unterstützung von Theo Müller zulässig
Das LG Hamburg hat einen Eilantrag von Theo Müller gegen Campact abgewiesen: Die Bezeichnung als „AfD-Unterstützer“ sei im Kontext der Kampagne als Meinungsäußerung zulässig, weil sie an tatsächliche Umstände anknüpfe.
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- Urheberrecht
TikTok-Livestream als „Sendung“? LG Köln verneint Leistungsschutz – Parodie bleibt zulässig
Ein TikTok-Livestream ist nicht automatisch „Rundfunk“. Das LG Köln hat in einem Eilverfahren einen Unterlassungsantrag abgelehnt: Wer einen kurzen, prägnanten Tonschnipsel aus einem Stream in satirischer Absicht verwendet, kann sich auf die Parodie-Schranke berufen. Und wer selbst munter fremde Inhalte nutzt, kann sich mit Unterlassungsforderungen sogar rechtsmissbräuchlich verhalten.
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- Politik
Merz offen für Social-Media-Mindestalter: Was ein Verbot rechtlich bedeuten würde
Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich im Podcast „Machtwechsel“ offen für strengere Altersgrenzen bis hin zu einem Social-Media-Verbot für Minderjährige gezeigt. Parallel liegen Vorschläge aus CDU und SPD auf dem Tisch: von einem Mindestalter 16 (mit verpflichtender Altersverifikation) bis zu einem gestuften Modell mit Verbot unter 14 und „Jugendversion“ unter 16.
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- KI Recht
ZDF-„heute journal“: Ungekennzeichnete KI-Bilder und Archivmaterial
In einem Beitrag über ICE-Abschiebungen zeigte das ZDF im „heute journal“ KI-generierte Bilder ohne Kennzeichnung und nutzte zusätzlich Archivmaterial aus anderem Kontext. Der Sender räumte einen „Doppelfehler“ ein, entfernte den Beitrag und kündigte Korrekturen an.
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- Datenschutzrecht
EuGH stärkt Rechtsschutz: WhatsApp darf EDSA-Beschluss direkt angreifen
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass WhatsApp einen verbindlichen Beschluss des Europäischen Datenschutzausschusses (EDSA/EDPB) grundsätzlich direkt vor den EU-Gerichten anfechten kann. Damit hat der EuGH einen gegenteiligen Beschluss des Gerichts der Europäischen Union (EuG) aufgehoben, das die Klage zuvor als unzulässig abgewiesen hatte.
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- Wettbewerbsrecht
Erfolg für unseren Mandanten vor dem OLG Bamberg: werbliche Anpreisung von E-Zigaretten bei Netto untersagt
Rechtsanwalt Peter Weiler hat den Verbraucherschutzverband Pro Rauchfrei e. V. in einem wettbewerbsrechtlichen Eilverfahren erfolgreich gegen Netto vertreten: Das OLG Bamberg hat Netto mit Urteil vom 21.01.2026 (Az. 3 UKl 30/25 e) untersagt, E-Zigaretten und Nachfüllbehälter im eigenen Onlineshop mit einer Reihe klar benannter Aussagen zu bewerben.
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- Reputationsschutz
Safer Internet Day: EU plant Melde-App gegen Cybermobbing
Die EU-Kommission hat am 10. Februar 2026, dem weltweiten „Safer Internet Day“, einen umfassenden Aktionsplan gegen Cybermobbing vorgestellt. Dieser Aktionstag, der seit 2004 jährlich unter dem diesjährigen Motto „KI and me – in künstlicher Beziehung“ für mehr Online-Sicherheit wirbt, richtet den Fokus auf Risiken wie KI-gestützte Betrugsversuche, Manipulation und emotionale Abhängigkeiten im Netz – Themen, die nahtlos in den Kampf gegen Cybermobbing überleiten.
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- Äußerungsrecht
Beschluss zum Äußerungsrecht: Keine Zurechnung von Günthers Aussagen zum Land Schleswig-Holstein
Das Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht hat am 5. Februar 2026 entschieden, dass die Äußerungen von Ministerpräsident Daniel Günther über das Onlinemedium „NiUS“ dem Land Schleswig-Holstein nicht zuzurechnen sind. Damit wies das Gericht einen Eilantrag der Betreiberin des Mediums zurück, die dem Land bestimmte Äußerungen Günthers untersagen lassen wollte.
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- Wettbewerbsrecht
Neuer Pflichtbutton: Widerrufsbutton wird ab 19. Juni 2026 verbindlich
Heute wurde im Bundesgesetzblatt die Umsetzung der EU-Richtlinie 2023/2673 veröffentlicht. Sie bringt für Online-Händler, Plattformbetreiber und digitale Dienstleister eine wesentliche Neuerung: Ab dem 19. Juni 2026 müssen Verbraucher:innen Verträge künftig ebenso einfach widerrufen können, wie sie diese abgeschlossen haben: über eine digitale Widerrufsfunktion, meist in Form eines Widerrufsbuttons.
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- Verbraucherrecht
IPPC Law erweitert Abmahnstrategie: Nun auch Superloud Music GmbH bei Social-Media-Musikverstößen vertreten
Unsere Kanzlei beobachtet eine interessante Entwicklung im Urheberrechtsdurchsetzungssektor: Die Kanzlei IPPC Law hat ihre Aktivitäten auf die Superloud Music GmbH ausgeweitet und verschickt Abmahnungen wegen unerlaubter öffentlicher Zugänglichmachung von Tonaufnahmen über gewerblich genutzte Social-Media-Accounts.
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- KI Recht
LG Frankfurt: Falschaussagen in Googles KI-Übersichten – Haftung möglich
Das Landgericht Frankfurt hat entschieden: Suchmaschinenbetreiber wie Google können für falsche, geschäftsschädigende KI-Übersichten grundsätzlich haften. Im entschiedenen Fall bekam der Kläger aber trotzdem nicht recht.