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Indeed veröffentlicht Transparenzbericht: Was die Zahlen über Arbeitgeberbewertungen zeigen

Indeed hat am 1. Oktober 2026 seinen neuen Transparenzbericht für das erste Halbjahr veröffentlicht. Darin beschreibt die Plattform auch, wie Meldungen zu Inhalten auf Unternehmensseiten bearbeitet werden. Für Arbeitgeberbewertungen wird es im ergänzenden DSA-Transparenzbericht konkreter: Indeed nennt eine „company review“ ausdrücklich als Inhalt, der gemeldet werden kann, und weist für 2025 insgesamt 58.076 Verstöße gegen Richtlinien für Unternehmensseiten aus. Die Zahlen zeigen, welche Prüf- und Beschwerdewege Indeed vorsieht, wenn Unternehmen gegen problematische Inhalte vorgehen wollen.

von Olivia Wykretowicz

Smartphone mit geöffneter Indeed-App

Arbeitgeber können Indeed-Bewertungen melden

Eine negative Bewertung können Arbeitgeber auf Indeed nicht selbst aus ihrem Unternehmensprofil entfernen. Verstößt ein Beitrag nach ihrer Einschätzung gegen die Inhaltsrichtlinien, können sie die Bewertung jedoch über die Funktion „Melden“ beanstanden. Das Indeed-Team prüft anschließend, ob ein Richtlinienverstoß vorliegt.

Auch der neue Transparenzbericht bestätigt diesen grundsätzlichen Prüfmechanismus. Indeed erklärt darin, dass Nutzer neben Stellenanzeigen und Nachrichten auch Inhalte auf Unternehmensseiten melden können. Solche Meldungen werden von geschulten Moderatoren geprüft.

Welche Gründe bei einer konkreten Bewertung für eine Beanstandung sprechen können und wie Unternehmen dabei vorgehen können, erklären wir ausführlich auf unserer Seite Indeed-Bewertungen löschen lassen.

58.076 Verstöße auf Unternehmensseiten

Wie häufig Indeed gegen Inhalte auf Unternehmensseiten vorgeht, zeigt der separate Transparenzbericht nach dem Digital Services Act. Für das Jahr 2025 weist Indeed in der Kategorie „Company Page Policy Violation“ insgesamt 58.076 Verstöße aus. In 18.246 Fällen erfolgte die Entfernung automatisiert, in 39.830 Fällen manuell.

Gegen Maßnahmen in dieser Kategorie wurden 17.633 Beschwerden eingelegt. In 228 Fällen nahm Indeed die ursprüngliche Entscheidung anschließend wieder zurück.

Arbeitgeberbewertungen können Teil solcher Verfahren sein. Indeed nennt eine Unternehmensbewertung ausdrücklich als Beispiel für nutzergenerierte Inhalte, die Nutzer melden können. Indeed fasst jedoch verschiedene Verstöße auf Unternehmensseiten in einer Kategorie zusammen und weist Arbeitgeberbewertungen darin nicht separat aus.

Mueller.legal ordnet die Zahlen deshalb so ein: Indeed setzt in erheblichem Umfang Maßnahmen gegen Inhalte auf Unternehmensseiten durch. Ob eine konkrete Arbeitgeberbewertung entfernt werden kann, entscheidet sich jedoch nicht an einer allgemeinen Löschquote, sondern am Inhalt der Bewertung und am Grund der Beanstandung.

Was passiert nach der Meldung einer Bewertung?

Indeed unterscheidet bei Unternehmensbewertungen zwischen verschiedenen Ergebnissen. Verstößt eine Bewertung gegen die Inhaltsrichtlinien, kann sie entfernt werden. Möglich ist aber auch eine sogenannte Redigierung: Dabei wird der Bewertungstext entfernt, während die Sternebewertung bestehen bleibt.

Die bewertende Person kann ihren eigenen Beitrag zudem selbst löschen. Pro Person ist grundsätzlich nur eine Bewertung je Unternehmen möglich. Wurde eine Bewertung entfernt, darf anschließend allerdings eine neue Bewertung eingereicht werden, sofern diese den Richtlinien entspricht.

Auch eine Bewertung, die versehentlich dem falschen Unternehmensprofil zugeordnet wurde, muss nicht zwingend gelöscht werden. Arbeitgeber mit registriertem Unternehmensprofil können bei Indeed beantragen, die Bewertung auf das richtige Profil zu verschieben.

Für Unternehmen ist deshalb wichtig, vor einer Meldung zu klären, was genau an der Bewertung beanstandet wird. Eine negative oder unangenehme Bewertung wird nicht allein deshalb entfernt. Entscheidend ist, ob sich ein konkreter Verstoß gegen die Indeed-Regeln oder ein anderer tragfähiger Beanstandungsgrund benennen lässt.

Richtlinienverstoß oder rechtswidriger Inhalt?

Der DSA-Transparenzbericht zeigt noch eine weitere Besonderheit des Indeed-Verfahrens. Bei einem einzelnen nutzergenerierten Inhalt, ausdrücklich auch bei einer „company review“, können Nutzer zunächst angeben, dass der Beitrag gegen die Indeed-Regeln verstößt. Halten sie den Inhalt dagegen für rechtswidrig, verweist Indeed auf ein gesondertes Meldeportal nach dem Digital Services Act.

Meldungen über dieses DSA-Portal werden nach Angaben von Indeed immer von einem Menschen geprüft. Indeed nennt hierfür während der Geschäftswoche ein internes Bearbeitungsziel von 24 Stunden. Die Medianzeit bis zur Bearbeitung tatsächlich behandelter Meldungen lag im Berichtszeitraum bei acht Geschäftsstunden.

Damit bestehen bei problematischen Inhalten unterschiedliche Ansatzpunkte: Eine Bewertung kann gegen die Plattformregeln verstoßen, sie kann als rechtswidriger Inhalt gemeldet werden oder beide Gesichtspunkte können zusammentreffen.

Wenn Indeed eine beanstandete Bewertung online lässt

Eine Meldung bedeutet nicht automatisch, dass Indeed die Bewertung entfernt. Gerade dann wird relevant, welche Möglichkeiten Nutzer gegenüber der Plattform selbst haben.

Der Digital Services Act verpflichtet Plattformen zu einem Melde- und Abhilfeverfahren für rechtswidrige Inhalte. Entscheidungen über gemeldete Inhalte müssen begründet werden. Gegen bestimmte Plattformentscheidungen stehen Nutzern außerdem weitere Beschwerdemöglichkeiten zur Verfügung.

Welche Schritte nach einer erfolglosen Meldung in Betracht kommen und welche Pflichten Plattformbetreiber bei rechtswidrigen Inhalten treffen, erklären wir auf unserer Seite Plattformhaftung & Digital Services Act (DSA).

Die Zahlen von Indeed zeigen dabei auch, dass Beschwerdeverfahren praktisch relevant sind: Allein für Maßnahmen wegen Verstößen auf Unternehmensseiten weist Indeed für 2025 mehr als 17.000 Beschwerden aus. Dass 228 Entscheidungen anschließend rückgängig gemacht wurden, zeigt zugleich, dass eine einmal getroffene Moderationsentscheidung nicht zwingend endgültig sein muss.

Was Arbeitgeber aus den Zahlen mitnehmen können

Der neue Transparenzbericht macht sichtbar, dass Indeed Inhalte auf Unternehmensseiten nicht nur automatisiert verarbeitet, sondern auch Meldungen prüft und Beschwerdewege vorsieht. Für Unternehmen mit einer konkreten negativen Bewertung kommt es auf die Frage an, welcher Meldeweg zum konkreten Problem passt.

Mueller.legal empfiehlt, eine problematische Indeed-Bewertung nicht lediglich pauschal als „falsch“ oder „unfair“ zu melden. Eine Beanstandung sollte konkret benennen, welche Aussage angegriffen wird, welche Plattformregel betroffen ist oder weshalb der Inhalt rechtswidrig sein soll.

Auch eine öffentliche Antwort sollte nicht vorschnell erfolgen. Indeed selbst weist darauf hin, dass Unternehmensbewertungen anonym sind und Arbeitgeber nicht versuchen sollen, die Identität der bewertenden Person öffentlich herauszufinden.

Für die Erfolgsaussichten einer Beanstandung ist daher nicht entscheidend, dass eine Bewertung negativ ist. Entscheidend ist, ob sich ein konkreter Ansatzpunkt gegen den Inhalt oder seine Veröffentlichung benennen und gegenüber Indeed nachvollziehbar begründen lässt.

Indeed-Bewertung prüfen lassen

Sie möchten gegen eine negative Indeed-Bewertung vorgehen? Mueller.legal prüft den Bewertungstext, den möglichen Beschäftigungsbezug und die konkrete Ausgangslage und gibt Ihnen eine konkrete Empfehlung für die nächsten Schritte.

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